Morbus Osgood-Schlatter: Schmerzen und Schwellung unterhalb der Kniescheibe

Vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit einem Fußballtrainer. In seiner D-Jugend-Mannschaft sind aktuell drei Spieler wegen »Osgood-Schlatter« ausgefallen. Und das schon mehrere Monate. Allen sei gesagt worden, so lange Pause zu machen, bis die Schmerzen wieder verschwunden sind.

2 von 3 meiner Patienten aus der letzten Woche klagen über Schmerzen seit 9 bzw. 12 Monaten, trotz kompletter Fußballpause.

 

Muss man wirklich warten und die Belastung reduzieren, bis spätestens in 1-2 Jahren nach Wachstumsabschluss die Beschwerden verschwinden ? Gerade in einer Phase mit großem Bewegungsdrang. Da kratzt Ihnen der Junior aber irgendwann die Tapete von den Wänden…

 

Was ist typisch für »Osgood-Schlatter« ?

 

Es entwickelt sich eine schmerzhafte Schwellung unterhalb der Kniescheibe

In 20-30% auf beiden Seiten

Mehr Jungs als Mädchen sind betroffen

Die meisten sind sportlich sehr aktiv in Sportarten, wie Fußball, Basketball, Volleyball oder Laufen

Sind gerade in einer Phase schnellen Wachstums

Jungs sind dabei 12-15 Jahre alt (D-/C-Jugend)

Mädchen sind mit 8-12 Jahren etwas früher dran (E-/D-Jugend)

 

Mediziner beschreiben die Erkrankung als »Traktionsapophysitis«, als Entzündung im Ansatzbereich der Kniescheibensehne (Patellasehne) am Unterschenkelknochen, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht verknöchert ist. Mit zunehmender Beschwerdedauer zeigt sich bei Vielen eine Mitreaktion der Kniescheibensehne selbst.

Die Veränderungen sind im Röntgen, sowie Ultraschall gut zu sehen.

 

Unser Therapieansatz: Dosierte Belastung, statt längere Pause

 

Da in jedem Fall ein Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit vorliegt, ist in akuten Fällen, zumindest kurzzeitig, eine Sportpause sinnvoll. Diese dauert im Einzelfall maximal 4 Wochen.

Neben Verminderung der akuten Entzündungsreaktion wird von uns früh ein dosiertes, beschwerdegesteuertes Belastungsprogramm angeleitet. Unser Patienten erhalten dazu eine schriftliche Trainingsanleitung.

 

In chronischen Fällen steht sofort die aktive Förderung der schmerzfreien Belastbarkeit im Vordergrund. Angeleitet wird ein Heimübungsprogramm, besser noch ist ein dosiertes spezielles Krafttraining an Geräten. Auch hier haben wir Trainingspläne für den Patienten und die Therapeuten. Sport ist möglich und wird nach Beschwerdeintensität nach unserem »Ampelmodell« vom Patienten selbst gesteuert.

 

 

In hartnäckigen Fällen ergänzen wir die Therapie mit einer Stoßwellenbehandlung, die auch in der Wachstumsphase sicher und ohne unerwünschte Nebenwirkungen ist.